Für SIGNA Development entwickelten wir am Leuchtturmprojekt „Karstadt am Hermannplatz“ in Berlin einen projektübergreifenden Best-Practices-Guide für Smart Commercial Buildings. Ziel: ein technologischer Goldstandard, der als Blaupause für Aus- und Umbauprojekte im gesamten Mixed-Use-Portfolio dient, von der ersten Idee bis zum Betrieb.
Herausforderung
In einem großskaligen, heterogenen Immobilienportfolio, droht oft ein digitales Flickwerk: Jede Projektentwicklung definiert eigene Standards, Hersteller und Integrationspartner. Die Folge sind Insellösungen, schwer vergleichbare CAPEX- und OPEX-Strukturen, ineffiziente Planungsprozesse und hohe Anpassungskosten bei späteren Modernisierungen.
Gleichzeitig steigen die Erwartungen von Mietern, Retail-Partnern und Betreibern: Smart-Building-Funktionen, ESG-Reporting, Flächen- und Energiemonitoring, nutzerzentrierte Services, all das soll „out of the box“ funktionieren, ohne jedes Mal eine Pionierleistung im Einzelfall zu erfordern.
Hinzu kommt die technische Realität von Bestandsgebäuden, etwa beim Karstadt-Ensemble am Hermannplatz, das im Zuge einer umfassenden Erneuerung nachhaltige Standards und eine gemischte Nutzung erreichen sollte. Die Herausforderung bestand darin, diese vielfältigen Anforderungen in ein einheitliches, dennoch standortflexibles Regelwerk für Smart Commercial Buildings zu überführen, das sowohl Neuentwicklungen als auch Re-Developments im Portfolio mitdenkt. Ohne die Projekte zu überregulieren.
Lösung
Wir entwickelten für SIGNA einen umfassenden Development-Leitfaden, der die digitale Qualität des Gesamtportfolios strategisch absichert. Ausgangspunkt war eine Analyse der typischen Nutzungs- und Betreiberanforderungen über verschiedene Projektklassen hinweg.
Auf dieser Basis wurden priorisierte Use-Cases definiert: z. B. Zutritt-Management, Gebäudekomfort, Energie- und Flächenmonitoring, Mieter-Services, Daten- & Reporting-Anforderungen für ESG sowie Betreiber-Dashboards für einen sicheren und effizienten Betrieb. Kernstück des Leitfadens ist ein Katalog standardisierter DIGI-Komponenten unterteilt in Software-, Hardware- und Netzwerkbausteine. Für jede Komponente sind Funktion, Schnittstellen, Integrationsanforderungen und Qualitätskriterien beschrieben. So entsteht ein Set wiederverwendbarer Bausteine, das projektübergreifend eingesetzt werden kann: vom Karstadt-Flagship bis zum Quartiersbaustein.
Diese Standardisierung ermöglicht skalierbare Ausschreibungen, bessere Vergleichbarkeit von Angeboten und klare technische Mindestniveaus in allen Projekten. Gleichzeitig bleibt Raum für projektspezifische Innovation: Standorte können zusätzliche Module ergänzen, ohne das Grundgerüst zu verlassen.
Das Ergebnis für den Auftraggeber: deutlich reduzierte Planungs- und Integrationsrisiken, spürbare Skaleneffekte bei Beschaffung, Implementierung und Betrieb sowie eine konsistente digitale Erlebnisqualität über das gesamte Portfolio. Für Sie als Bestandshalter oder Developer bedeutet ein solcher SCB-Goldstandard: weniger „Neuerfindung“ im Einzelfall – und mehr Fokus auf die Wertschöpfung durch Daten, Mieterzufriedenheit und nachhaltigen Betrieb.



